Der bekannte bayerische Historiker Sigmund von Riezler schreibt in seiner „Geschichte Baierns" von 1927, 2. Auflage: „Im Frühjahr 1428 braust wiederum ein verwüstender Einfall der Waisen (so nannten sich Žižkas Anhänger) über die Oberpfalz und den nördlichen Teil des Straubinger Landes, wo der Feind besonders die Kirchhofbefestigungen der Grenzdörfer zerstörte".
Furth dürfte trotzdem nicht gänzlich entvölkert gewesen sein, denn in einem Kaufbrief von 1429 wurden Bürgermeister und Rat der Stadt mit ihrer Siegelgewalt ausdrücklich genannt. Es ist anzunehmen, dass die Stadt Furth in diesen Jahren einen größeren Teil ihrer Bewohner durch Kriegseinwirkung und den damit einhergehenden Abzug in andere Gebiete verloren hat.
Hinzuweisen bleibt auf den sog. Drachenstich, das älteste Volksschauspiel Deutschlands mit einer fünfhundertjährigen Tradition. Das Spiel, neu von Alexander Etzel-Ragusa verfasst, hat die Hussitenkriege und die Schlacht nahe der Stadt Taus im Jahre 1431 und das Leben im Mittelalter zum Inhalt. Die Ursprünge des Drachenstichs liegen jedoch mit Sicherheit in der mittelalterlichen St. Georgs-Legende. Laiendarsteller lassen Zuschauer auf der historisch gestalteten Bühne am Stadtplatz jedes Jahr im August dieses Stück Historie symbolisch erleben. Der „Drachenstich" ist einer der kulturellen Höhepunkte Bayerns und zieht alljährlich viele Tausende Besucher aus nah und fern in seinen Bann.

