Český Brod

Die Stadt spielte eine wichtige Rolle in den hussitischen Kriegen, derer entscheidende Schlacht unweit des Ortes Lipany 1434 stattfand.

Český Brod (Böhmisch Brod) war die Heimat des Hus-Gegners, des Professors der Prager Universität Andreas von Böhmisch-Brod und blieb Anf. des 15. Jhs. auf der Seite der katholischen Kirche und des Königs Sigismund. Ihre Anhänger gründeten hier 1415 den „Herrenbund"gegen die Hussiten. 1421 wurde die Stadt von den Hussiten erobert und  in den „Bund der Waisen" eingegliedert.

Beim nahe gelegenen Lipany erlitten Taboriten und Waisen unter Prokop dem Großen 1434 gegen Herrenbund und gemäßigte Hussiten eine vernichtende Niederlage. Die Schlacht beendete weitgehend die Hussitenkriege. In beiden Orte erinnern Denkmäler an die Hussitenzeit.

Wahrscheinlich wurde Český Brod 1418 vom Erzbischof Konrád von Vechta dem königlichen Sekretär Jan von Kostelec nad Černými lesy verpfändet. Nach der Schlacht unterhalb von Vyšehrad 1420 besaß Brod König Sigismund. Die königliche Garnison blieb bis zum April 1421 in der Stadt, als sie nach kurzem Kampf von den Pragern und ihren Hussitenalliierten eingenommen wurde. Die Bürger wurden von der Untertänigkeit von den Prager Erzbischöfen befreit, ein Stadtrat eingesetzt und die Stadt in den militärischen Verbund der Prager Städte eingegliedert. Nach der Niederlage der Prager in der Schlacht bei Malešov 1424 wurde Český Brod von Žižka in den Waisenverband eingegliedert. 1429 fand hier die große Tagung der Hussiten statt, bei der die Bedingungen für die Verhandlungen mit König Sigismund festgelegt wurden. Am 27. 5. 1434 belagerte das Heer der Herrenkoalition die Stadt und begann die Schlacht um die Stadt. Die Verteidiger der Stadt unter Führung von Hauptmann Jan Čert (Teufel), genannt „Engel", wehrten eine vielfache Überzahl an Feinden standhaft ab, das Koalitionsheer zog nach Lipany ab.

Die Schlacht bei Lipany

Sie entschied am 30. 5. 1434 über das Schicksal der Stadt und des ganzen Landes. Die Vertreter der Stadt schlossen mit der Herrenkoalition einen Friedensvertrag, und in Verhandlungen mit dem inzwischen Kaiser gewordenen Sigismund wurden ihnen in der Revolution schon erworbene Freiheiten einschließlich des Meilrechts bescheinigt. Am 4. 2. 1437 wurden der Stadt kaiserliche Privilegien erteilt. Die Stadt erwarb von Kaiser auch das Stadtwappen: silberfarbener Wall im blauen Feld mit geöffnetem Tor, darüber ein Turm mit kaiserlichem und böhmischem Wappen auf den Seiten.

Die neue Kaiserstadt wurde nicht nur mit kaiserlichen Privilegien gesichert, sondern auch durch weitere Wälle mit 16 Wehrtürmen. Sie hatte 1 200 Einwohner, 134 Stadt- und Vorstadthäuser, 20 Höfe und 2 Mühlen. 1483 fand in Brod die bedeutende Tagung der Anhänger des Utrakvismus statt. Der Adel und die Städte gründeten hier die Utraquistenkkoalition, die in Böhmen die religiöse Toleranz durchsetzte.

Senden Sie es weiter
Sagen Sie es Ihren Freunden