Der böhmische Gelehrte Hieronymus von Prag ist im April 1415 nach Konstanz aufgebrochen, um auf dem Konzil seinem Freund und Mitstreiter Jan Hus beizustehen. Aus Angst vor der drohenden Verhaftung versuchte er, zurück nach Böhmen zu fliehen. Er wurde jedoch auf dem Gebiet des Pfalzgrafen Johann I. von Neumarkt aufgegriffen, dem Konzil ausgeliefert und 1416 in Konstanz hingerichtet. Deshalb richtete sich der Zorn der Hussiten bevorzugt gegen diesen Regenten. Unter den Kriegszügen der Hussiten mussten aber vor allem dessen Untertanen leiden.
1420 drangen die Hussiten bis vor die Tore Nürnbergs vor und kamen damit auch in die Nähe Neumarkts, die späteren Einfälle in die Oberpfalz betrafen überwiegend die östliche Landeshälfte. Eine Probe ihrer militärischen Verteidigungskraft mussten die Neumarkter nicht ablegen. Dennoch wurde die 1315 erstmals urkundlich genannte Stadtmauer zusätzlich befestigt. Deshalb wurde Neumarkt ebenso wie die zweite Residenz Neunburg vorm Wald von den Hussiten nicht belagert.
Die Furcht vor einem möglichen Angriff der Hussiten führte aber zur Bildung einer bewaffneten Bürgerwehr, aus dem die Schützengesellschaft 1433 Neumarkt hervorgehen sollte. In diesem Jahr wurden die Neumarkter Schützen erstmals in einer Nürnberger Chronik genannt, als sie bei einem Gesellenschießen teilnahmen.

