Písek

Písek war zu Anfang des 15. Jhs. eine der ersten Städte, die sich zur hussitischen Lehre bekannte.

Am Ende des 14. Jahrhunderts wurden in der Stadt und ihrer Umgebung erste Anzeichen der Unzufriedenheit mit der Tätigkeit der Amtskirche erkennbar. Diese erreichten 1419 mit der Zerstörung des Klosters durch die ortsansässigen Bürger ihren Höhepunkt. Die „Verteidiger des Kelches" beherrschten die Stadt, und für die Dauer von einigen Jahrzehnten gab es ein unabhängiges Gemeindeoberhaupt.

Hier predigte der spätere Taborer Bishundertschof Nikolaus von Pilgrams, und Jan Žižka kehrte oft ein. In der Teichlandschaft des nahen Sudoměř konnte Jan Žižka einen ersten Sieg seiner legendären Kriegskunst verbuchen.

An die Slacht bei Sudoměř erinnert ein monumentales Denkmal.

Feierlichkeiten und Veranstaltungen

Písek in der hussitischen Zeit


Während der Hussitischen Revolutionsbewegung gehörte die Stadt zu der radikalen, also Taboriter Seite. Nach einzelnen Rebellionen, z. B. durch den Abriss des Píseker Dominikanerklosters am 20. August 1419, wurde die Stadt im späten Frühling 1420 endgültig hussitisch. Deswegen wählte sie der Heerführer Jan Žižka im Herbst jenes Jahres für mehrere Wochen zu seinem Hauptquartier. Písek war der erste Ort, wo man die bekannten Fässer aufstellte, um Vermögenswerte für die ganze Kommune zu sammeln. Diesen gesammelten Besitz verwaltete Hauptmann Matěj Louda von Chlumčany. Er wird auch auf einem Bild der Stadtgeschichte am ehemaligen Hotel Dvořáček gezeigt. Wie andere Gemeinden der Taboriter Union war Písek in der Zeit der Missachtung der königlichen Macht eine Art Stadtstaat, der im Grunde seine separate Politik führte.

Wirkliche Kriegsereignisse allerdings geschahen in Písek entweder überhaupt nicht, oder nur in einer sehr begrenzten Form. Der einzige Kampfkonflikt in der Nähe von Písek fand Ende März 1420 bei Sudoměř statt, wo mehrere hundert Hussiten ihre Position zwischen Teichen vor der königlichen Armee verteidigen konnten. Am Ort dieser Schlacht steht seit 1925 ein monumentales Steindenkmal von Jan Žižka. Die relative Ruhe von Písek nutzte auch Mikuláš von Pelhřimov, genannt Biskupec, Kopf und einer der führenden Theologen der Taboriter Kleriker aus. Er wurde zu ihrem einzigen Bischof in der Geschichte gewählt.

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