Sedlčany

Das Stadtfest „ROSA“ knüpft an die Tradition eines Festes mit religiösem Charakter an, das wahrscheinlich am Ende des 17. Jahrhunderts entstand und regelmäßig jedes Jahr zu Ostern stattfand.

Das Stadtfest „ROSA" knüpft an die Tradition eines Festes mit religiösem Charakter an, das wahrscheinlich am Ende des 17. Jahrhunderts entstand und regelmäßig jedes Jahr zu Ostern stattfand.

Die Bürger der Stadt versammelten sich 1420 zu Ostern um Mitternacht auf dem Cihelný-Hügel und erwarteten den Morgen mit Gebeten. Um neun Uhr bewegte sich der Zug mit Trompeten- und Trommelklang zur Mariensäule in der Stadt. Ein berittener Bürger hielt eine Rede zur Erinnerung an den Sieg über die Hussiten, und nach dem Ende des Fests besuchten alle Bürger die Messe in der Kirche. Der ursprüngliche Anlass zum Fest war

der angebliche Sieg über Jan Žižka.

Der Sage nach soll sich Žižka entschieden haben, die der katholischen Kirche treue Stadt Seltschan in der Osternacht mit seinen Truppen zu überfallen. Deshalb sandte er einen Boten in die den Hussiten konfessionell verwandte Stadt Beneschau (Benešov). Die Beneschauer Bürger sollten ebenfalls mit ihrem Heer nach Seltschan ziehen und zu einer bestimmten Stunde gemeinsam mit Žižkas Truppen diese Stadt angreifen.

Aber der Bote verirrte sich, und statt nach Beneschau kam er geradewegs nach Seltschan. Im guten Glauben, am richtigen Ort zu sein, übergab er die Nachricht. So wurde der strategische Angriffsplan verraten. Die Seltschaner konnten sich auf die Schlacht vorbereiten, und Žižkas Truppen wurden im Scharmützel bei der befestigten St.Martinskirche im Morgengrauen geschlagen. Die erschlagenen Hussiten wurden danach neben dem Friedhof bei der Kirche in ein Massengrab gelegt. Dort steht bis heute ein Steinkreuz mit der Jahreszahl 1728.

Das „ROSAFEST"

wurde 1789 vom Dechanten Antonín Tischler als ein Gegenreformationsfest und wegen angeblicher Ausschreitungen abgeschafft. Ma wollte nicht einen Sieg über Jan Žižka feiern, der angeblich nie eine Niederlage erlitten hatte. Seit 1990 wird das Stadtfest „ROSA" wieder gefeiert. Im Rahmen des im Juni stattfindenden Festprogramms, das teilweise die Hussitenzeit in Erinnerung ruft, führen Laienspieler eine dramatische Fassung der Sage Rosa auf der Marktplatz-Freilichtbühne auf. Es gibt auch mittelalterliche Märkte und einen historischen Umzug durch die Stadt.

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