Sezimovo Ústí

Auf der nahe liegenden Ziegenburg und in der Stadt fand Magister Jan Hus Zuflucht nach seiner Verbannung aus Prag.

Er weilte hier 1412 - 1414 unter dem Schutz der Stadtbesitzerin Anna von Mochov, Witwe des Jan von Ústí. Hus predigte auf der Burg und in der Nachbarschaft und beendete hier seine „Postilla" und verfasste weitere Traktate. Von Ústí zog Hus nach Krakovec und trat von dort seinen letzten Weg nach Konstanz an.

Nach Hussens Verbrennung entstand in Ústí die erste hussitische Gemeinde mit einem radikalen Programm. Ústí wurde von den Hussiten selbst verbrannt, damit es nicht in die Hände des katholischen Rosenbergers fiel. Die Hussiten zogen zu einer nahe gelegenen Burgstätte (Hradiště) und gründeten dort die Stadt Tábor. Ústí wurde vergessen und nur mehr als „Alt-Tábor" erwähnt, aber 1828 wiederbegründet.

Die Ziegenburg wurde 1962 zum Nationalem Kulturdenkmal erklärt.

Die Stadt und die Hussiten

Er beendete oder schrieb hier mehrere seiner Werke (u.a. „Postille" und „Über die sechs Wahnideen") und predigte hier. Nach der Hinrichtung Jan Hus‘ entstand hier in den Jahren 1416-1419 die erste Hussitengemeinde in Südöhmen. Diese hatte ein verhältnismäßig radikales Programm wie z. B. Taufen im Bach oder Teich oder die Abhaltung von Messen im Freien. Von den hiesigen Predigern und Priestern seien Peter Kaniš, Jan Bydlinský, Vanček und Peter Hromádka aus Jistebnice genannt.

Nach dem Tod Annas von Mochov nutzte ihr Stiefsohn Oldrich von Ústí im November 1419 die Tatsache aus, dass die meisten Hussiten bei der Landesversammlung in Prag weilten, und vertrieb die restlichen Hussiten aus der Stadt. Diese kehrten jedoch am 21. Februar 1420 zurück und besetzten die Stadt.

Hussiten verlassen die Stadt

Innerhalb eines Monats wurden die Einwohner auf den Bergsporn über dem Zusammenfluss von Lužnice und Tismenice überführt, weil diese Stelle bessere Abwehr gegen mögliche Angriffe des Heeres der Rosenberger bot. Die Stadt Ústí selbst wurde von den Hussiten am 30. März 1420 niedergebrannt, damit sie den Rosenbergern nicht als Basis dienen konnte. Zweiter Grund für die Zerstörung von Ustí waren die chiliastischen Visionen einer neuen Welt (Erwartung der Wiederkunft Christi mit dessen 1000jährigem Reich) ohne Kontakt mit materiellen Gegenständen der verdorbenen alten Welt. Davon zeugt eine große Menge archäologischer Funde einschließlich wertvoller eiserner Gegenstände, welche die damaligen Menschen unter anderen Voraussetzungen mit sich genommen hätten.

Alle Exponate des ehemaligen Josef-Švehla-Gedächtnissaals in Sezimovo Ústí und die Funde der späteren archäologischen Forschungen sind im Táborer Hussitenmuseum untergebracht.

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